Orchideen Lebensräume

Orchis x hybrida im Biotop
Hybridpopulation

In einem kleinen Nebental des Rheins bei Andernach befindet sich ein Orchideenbiotop von überregionaler Bedeutung. Es handelt sich um ein südöstlich ausgerichtetes Gelände mit starker Hangneigung inmitten von Waldparzellen. Folgende Orchideenarten konnten in den letzten 20 Jahren dort nachgewiesen werden.

Cephalanthera damasonium (MILLER) DRUCE / Weisses Waldvögelein, zerstreut im Buchenwald.
Listera ovata (L.) R.BROWN / Großes Zweiblatt, zahlreich im Gelände.
Neottia nidus avis (L.) L.C.M.RICHARD / Vogelnestwurz, wenige Pflanzen im Buchenwald.
Ophrys insectifera L. / Fliegenragwurz, wenige Pflanzen im Gebüsch.
Orchis militaris L. / Helmknabenkraut, zahlreich im Gelände.
Orchis purpurea HUDSON / Purpurknabenkraut, nur wenige reine Pflanzen.
Orchis x hybrida BOENNINGH. / Hybride zwischen Helm und Purpurknabenkraut variabele starke Population.
Platanthera bifolia (L.) L.C.M.RICHARD / Zweiblättrige Waldhyazinthe,  wenige Pflanzen im Gebüsch.

Orchis purpurea
Orchis x hybrida
Orchis militaris

Vor allem durch den gute Bestand von Orchis x hybrida ist dieser Lebensraum für das nördliche Rheinland-Pfalz als einzigartig anzusehen. Er stellt ein hohes Kulturgut dar und muß unbedingt erhalten werden.

Bedeutsam ist das Biotop auch durch das Vorkommen von Gentiana cruciata L. / Kreuzenzian, als einziger Fundort im nördlichen Rheinland-Pfalz sowie Anthericum ramosum L. / Ästige Graslilie, sehr selten im Mittelrheintal.

1982 wurde, unter der Führung des damaligen Leiters der Regionalgruppe Koblenz, Hr. H. Neumann die erste Pflegemaßnahme durchgeführt. Das Gelände wurde entbuscht und die verfilzte Grasnarbe gemäht. Im Abstand von 2 Jahren sind bis heute diese Arbeiten fortgeführt worden. So konnte der Verfasser im Herbst 2004 mit der Beteiligung von insgesamt 12 Personen eine weitere Maßnahme durchführen, die vor allem dem Schutz und Erhalt des Gentiana cruciata galt.

 

Listera ovata
Orchis militaris
Orchis x hybrida, Einzelblüten

Bedingt durch die Pflegemaßnahmen konnte der Orchideenbestand sich erholen und stabilisieren. 1986 fand der Verfasser z.B. 10 blühende Pflanzen von Orchis x hybrida, in den folgenden Jahren wurden dann auch schon mal annähernd 100 Pflanzen gezählt. Leider wird das Gelände in den letzten Jahren stark von Wildschweinen zerwühlt, was sich negativ auf den Orchideenbestand auswirkt.

Die in den Halbtrockenrasen wuchernde Solidago canadensis L. / Kanadische Goldrute wurde 2002 bei einer Pflegeaktion zum großen Teil ausgerissen. Der AHO hat mittlerweile einen Teil des Biotops angekauft. Ausser den Wildschweinbesuchen ist derzeit keine weitere Gefährdung zu erkennen.

Mitglieder und Freunde des AHO bei Pflegearbeiten im Herbst 2004
Die Teilnehmer der Pflegeaktion nach vollbrachter Tat
2 Schüler des Megina-Gymnasiums in Mayen während der Pflegearbeiten